Octoate.de – Sinnvolles könnt ihr woanders lesen Konkrete Themen – Fehlanzeige, was mich gerade beschäftigt, wird aufs Korn genommen.

19Sep/094

Tonertransfer – und es funktioniert doch!

Normalerweise belichte ich ja meine Platinen, entwickel sie dann und starte dann den Ätzvorgang. Leider hat das bisher nicht immer reibungslos funktioniert, d.h. es sind nach dem Entwickeln leere Kupferplatinen übrig geblieben und es wäre doch schade, wenn man die einfach wegwerfen würde. Doch wie bekommt man sein Layout auf die Platine? Klar, das Tonertransferverfahren – da gibt es ja schliesslich viele Artikel zu also wird das nicht so schwer sein. Denkste – da gingen erst etliche Versuche ins Land, bis ich endlich auf die Lösung gekommen bin.

Das Layout habe ich von Anfang an auf die Seiten des Reichelt Katalogs gedruckt – dabei ist es auch geblieben und es funktioniert damit auch sehr gut. Tolles Recycling btw ;-). Anfangs war ich aber der Meinung, dass die Hitze des Bügeleisens wohl auch so ausreichen würde und habe die Platine auf das Bügelbrett gelegt und ein Leinen-Tragetasche um die Platine und das Layout gelegt – negativ. Das funktionierte nicht.
Anschliessend habe ich die Platinen immer vorbehandelt, d.h. mit einem geeignetem Schleifpapier abschleifen und mit Aceton nochmal reinigen. Das selbe Verfahren wie vorher – nix, nur die Leiterbahnen war leicht auf der Platine zu erkennen.
Es musste also mehr Hitze her… Das Bügeleisen war aber schon auf Anschlag, also entfiel die Leinen-Tragetasche und das Bügelbrett wurde durch ein einfaches Brett ersetzt. Im ersten Schritt wurde ausserdem nur die Platine auf das Brett gelegt und mit dem Bügeleisen vorgewärmt. Anschliessend das Layout auf die Platine legen und ein wenig aufpassen, denn diesmal haftete das Layout sofort an der Platine. Nachdem das Layout dann schon fest an der Platine haftete, habe ich das gesamte Bügeleisen auf die Platine gelegt und mit versucht viel Druck auf die Platine auszuüben. Danach dann mehrfach mit den Kanten des Bügeleisens, die normalerweise abgerundet sind, über die Platine streichen. Das ganze dann 2-3x wiederholen, bis das Layout leicht durch die Reichelt-Katalogseite durchscheint. Danach kann eigentlich gar nichts mehr passieren…

Im abschliessenden Schritt wird die Platine dann in kaltes Wasser mit einem Tropfen Spüli gelegt. Das Papier wird dann “matschig” und man kann es nach ca. 5 Minuten ohne Probleme von der Platine rubbeln. Als Ergebnis kam dabei folgendes bei meinem ersten Testversuch heraus:

tonertransfer1

Wie man sieht, sind hier noch einige Papierfasern auf dem Layout vorhanden, sie spielen für den Ätzprozess aber keine Rolle, also einfach ignorieren. Hat also wunderbar geklappt. Nach dem Ätzen und dem Reinigen der Platine mit Aceton sah dann das Ergebnis so aus:

tonertransfer2

Damit kann man echt zufrieden sein. Nur am oberen Rand der Platine ist eine Leiterbahn unterbrochen, die ich aber ziemlich leicht flicken kann.
Insgesamt bin ich also sehr zufrieden mit dieser Methode und freue mich, dass ich meine alten Platinen jetzt doch noch weiterverwenden kann und das sogar mit relativ einfachen Mitteln. Ich denke, dass das Tontertransferverfahren wohl noch oft bei mir zum Einsatz kommen wird.

9Feb/080

Platine herstellen – jetzt aber richtig!

Nachdem mein erster Versuch ja letztes Mal fehlgeschlagen ist, hier nochmal mein zweiter Versuch und einer kleinen Beschreibung, wie ich Platinen herstelle:

1. Schritt: Belichtungsvorlage herstellen
Zum Herstellen meiner Belichtungsvorlage verwende ich einen Laserdrucker und einfache Laserdrucker-Klarsichtfolie. Da ein einfacher Druck nicht für genug Abdeckung zur Belichtung sorgt drucke ich für meine Layoutvorlage die Platine auf zwei Folien (beides mal gleich) und schneide eine der beiden Folien aus. Das ausgeschnittene Stück wird dann einfach passgenau über die andere Folie gelegt und mit Klebeband an allen vier Seiten fixiert.

2. Schritt: Belichtung
Um die Platine zu belichten verwende ich einen Gesichtsbräuner, den ich mal bei dem allgemein bekannten Auktionshaus im Internet ersteigert habe. Damit die Folie mit dem Platinenlayout auf der Platine auch gut aufliegt, habe ich einen alten Scanner zweckentfremdet. Bei meinen Reichelt Platinen beträgt die Belichtungszeit ca. 7 Minuten wobei der Gesichtsbräuner einen Abstand von 25cm zur Platine hat. Die genaue Belichtungszeit kann man durch eine Belichtungsserie, in der man unterschiedliche Belichtungszeiten (Abdecken von Platinenteilen) testet, herausfinden.
Nach dem Belichten kann man das Platinenlayout leicht auf der Platine erkennen.

platine-belichten.jpg

3. Schritt: Entwickeln
Der nächste Schritt ist eigentlich schnell durchgeführt. Man setzt die Entwicklerlösung an (10g NaOH auf 1l warmen Wasser) und dann rein mit der Platine. Innerhalb von 10-20 Sekunden ist das ganze dann auch schon "gegessen" - besser gesagt: gelöst. Die belichteten Stellen werden durch den Entwickler abgelöst. Nach dem Entwickeln könnt ihr die Platine aus der Lösung herausnehmen und unter fliessend Wasser gründlich abspülen.
Bitte denkt an der Stelle daran, dass ihr im Umgang mit den verschiedenen Lösungen (auch später beim Ätzen) auf die üblichen Sicherheitsvorkehrungen achtet, also Handschuhe, Schutzbrille, etc.!!! Die Entwicklerlösung gehört auch nicht in den Abfluss, sondern sollte, genau wie das Ätzmittel später, gesammelt und dann bei seiner nächsten Sammelstelle abgegeben werden!

4. Schritt: Ätzen
Der letzte große Schritt, das Ätzen. Ich verwende zum Ätzen Natriumpersulfat (ca. 250g pro 1l Wasser). Das Wasser sollte möglichst warm sein, nicht heisser als 50°C, da dies den Ätzvorgang beschleunigt. Ich verwende zum Ätzen eine Ätzschale, die ich dann in einem Wasserbad auf Temperatur halte. Mit leichtem hin- und herbewegen geht's übrigens noch mal ein wenig schneller. Die Ätzdauer variiert bei mir je nach Größe der Platine, nimmt aber durchaus einiges an Zeit in Anspruch (ca. 20 Minuten).
Auch hier wieder nach dem Ätzvorgang die Platine aus der Ätzlösung nehmen (ich verwende dafür eine Plastikpinzette, da Metall angegriffen wird) und wieder gründlich abspülen.

platine-aetzen.jpg

5. Schritt: Weg mit den Resten
Nachdem die Platine fertig geätzt ist muss nur noch die überflüssige Fotoschicht von der Platine runter, damit man später auch gut löten kann. Da macht man am besten mit Aceton.

platine-aceton.jpg

Das war's!
Das war dann auch schon alles. Die Platine ist fertig entwickelt und kann jetzt gebohrt und bestückt werden. Auf den nachfolgenden beiden Bildern seht ihr die endgültige, fertige Platine und einen Ausschnitt, der einen Teil der Platine für einen SSOP Chip zeigt (RM 0,6mm).
Vielleicht hilft die Beschreibung ja dem einen oder anderen, sich selbst mal an das Thema heranzuwagen.

platine-fertig.jpg

platine-fertig-smd.jpg

3Feb/080

Platine entwickeln – aber bitte richtig herum!

Toll, da moechte man ein kleines Projekt nachbauen und besorgt sich schon die entsprechenden Layouts und dann verhaut man das doch noch. Aber mal von vorn... Was hab ich gemacht:

Zuerst einmal habe ich mir das Platinenlayout von der entsprechenden Projektseite besorgt (da ich da noch am basteln bin, werde ich das Projekt noch nicht weiter erwähnen :)). Nachdem ich das dann hatte, habe ich das Platinenlayout 2x auf Klarsichtfolie für Laserdrucker ausgedruckt. Eines der beiden Layouts habe ich dann ausgeschnitten und zusätzlich über das andere Layout gelegt. Die ist für den nächsten Schritt, der Belichtung, wichtig, da man sonst eine zu schwache Schwärzung auf der Folie hat und die Belichtung schief läuft.
Der nächste Schritt, war dann die Belichtung. Dazu habe ich eine fotobeschichtete Platine verwendet. Um die Platine zu belichten habe ich einen UV Gesichtsbräuner, den ich mal günstig ersteigert habe, verwendet. Dieser wurde im Abstand von 25cm 7 Minuten lang eingeschaltet. Man konnte nun schon leicht das Platinenlayout auf der Platine sehen.
Als nächstes kam die Platine dann ins Entwicklerbad. Hier muss man ein wenig aufpassen, da der Entwicklungsprozess sehr schnell abläuft und man bei zu langem entwickeln das Layout "verlieren" kann.
Tja, alles eigentlich so gut - wie immer - verlaufen (siehe Bild unten - leider etwas schlecht zu erkennen), selbst die SMD Stellen des Platinenlayouts sind gut durchgekommen, leider habe ich beim Belichten einen gravierenden Fehler gemacht - ich habe das Layout spiegelverkehrt aufgelegt und somit war die ganze Arbeit für die Katz. D.h. ich werde das ganzen Prozedere nächste Woche nochmal vornehmen - diesmal dann aber richtig herum. Ich werde mal ein paar Fotos machen und damit ein kleines Tutorial erstellen, vielleicht kann ja jemand, der das auch als Hobby macht, die Anleitung gebrauchen.

platine-resized.jpg