Platinenlayout

Prototypenbau gestern und heute

Tim Riemann

Ideen umsetzen ist eines der Ziele der Make Bewegung. Egal ob man im Bereich Stricken, Holzarbeiten oder Elektronik unterwegs ist - man möchte irgendwie schnell ans Ziel kommen. Da auch die Maker durch die Verfügbarkeit von günstigen Herstellungsmethoden und immer günstiger werdenden Geräten ihre Art und Weise des Prototypenbaus verändert haben, möchte ich einmal kurz vorstellen, wie meine Vorgehensweise mittlerweile aussieht und auch zeigen, wie ich das früher gemacht habe.

Ätzgerät in Betrieb genommen

Tim Riemann

Vor kurzem habe ich meinen ersten Testlauf meines selbstgebauten ‘Ätzgeräts durchgeführt und darüber auch schon einen Blogeintrag geschrieben. Es wurde also langsam mal Zeit, das Ding jetzt auch mal in den “Live-Betrieb” zu bringen und mal eine erste Platine damit zu ätzen. Dementsprechend habe ich das Wasser jetzt durch etwa 3l Natriumpersulfat ersetzt. Der Platinenhalter ist momentan für meinen Geschmack noch arg improvisiert: Ich habe einfach eine Holzplatte genommen und dort dann Kabelbinder so in Bohrungen gesteckt, dass sie eine Schlaufe bilden, mit denen die Platine gehalten wird. Der Ätzvorgang lief wie gewünscht, d.h. die Platine wurde sauber geätzt und ich brauchte nicht die ganze Zeit beim Ätzvorgang anwesend sein – das war letztendlich der Grund, warum ich das Ding gebaut habe :).

Platine herstellen - jetzt aber richtig!

Tim Riemann

Nachdem mein erster Versuch ja letztes Mal fehlgeschlagen ist, hier nochmal mein zweiter Versuch und einer kleinen Beschreibung, wie ich Platinen herstelle:

1. Schritt: Belichtungsvorlage herstellen Zum Herstellen meiner Belichtungsvorlage verwende ich einen Laserdrucker und einfache Laserdrucker-Klarsichtfolie. Da ein einfacher Druck nicht für genug Abdeckung zur Belichtung sorgt drucke ich für meine Layoutvorlage die Platine auf zwei Folien (beides mal gleich) und schneide eine der beiden Folien aus. Das ausgeschnittene Stück wird dann einfach passgenau über die andere Folie gelegt und mit Klebeband an allen vier Seiten fixiert.

Platine entwickeln - aber bitte richtig herum!

Tim Riemann

Toll, da moechte man ein kleines Projekt nachbauen und besorgt sich schon die entsprechenden Layouts und dann verhaut man das doch noch. Aber mal von vorn… Was hab ich gemacht:

Zuerst einmal habe ich mir das Platinenlayout von der entsprechenden Projektseite besorgt (da ich da noch am basteln bin, werde ich das Projekt noch nicht weiter erwähnen :)). Nachdem ich das dann hatte, habe ich das Platinenlayout 2x auf Klarsichtfolie für Laserdrucker ausgedruckt. Eines der beiden Layouts habe ich dann ausgeschnitten und zusätzlich über das andere Layout gelegt. Die ist für den nächsten Schritt, der Belichtung, wichtig, da man sonst eine zu schwache Schwärzung auf der Folie hat und die Belichtung schief läuft. Der nächste Schritt, war dann die Belichtung. Dazu habe ich eine fotobeschichtete Platine verwendet. Um die Platine zu belichten habe ich einen UV Gesichtsbräuner, den ich mal günstig ersteigert habe, verwendet. Dieser wurde im Abstand von 25cm 7 Minuten lang eingeschaltet. Man konnte nun schon leicht das Platinenlayout auf der Platine sehen. Als nächstes kam die Platine dann ins Entwicklerbad. Hier muss man ein wenig aufpassen, da der Entwicklungsprozess sehr schnell abläuft und man bei zu langem entwickeln das Layout “verlieren” kann. Tja, alles eigentlich so gut - wie immer - verlaufen (siehe Bild unten - leider etwas schlecht zu erkennen), selbst die SMD Stellen des Platinenlayouts sind gut durchgekommen, leider habe ich beim Belichten einen gravierenden Fehler gemacht - ich habe das Layout spiegelverkehrt aufgelegt und somit war die ganze Arbeit für die Katz. D.h. ich werde das ganzen Prozedere nächste Woche nochmal vornehmen - diesmal dann aber richtig herum. Ich werde mal ein paar Fotos machen und damit ein kleines Tutorial erstellen, vielleicht kann ja jemand, der das auch als Hobby macht, die Anleitung gebrauchen.