Octoate.de – Sinnvolles könnt ihr woanders lesen Konkrete Themen – Fehlanzeige, was mich gerade beschäftigt, wird aufs Korn genommen.

17Aug/160

Mit der Sega Dreamcast und dem Raspberry Pi ins Internet

Die Sega Dreamcast kam in Europa Ende 1999 auf den Markt und war die erste Konsole, die dank dem bereits ab Werk eingebauten Modem Onlinefunktionalitäten mitbrachte. Mit der passenden Software konnte man mit ihr im Internet surfen, Mails schreiben und empfangen und natürlich auch online spielen. Zwar wurden nach dem Produktionsende in 2001 die Spielserver auch nach und nach abgeschaltet, dank der immer noch aktiven Dreamcast Szene gibt es aber trotzdem Fanserver, auf denen Spiele wie Phantasy Star Online oder Starlancer auch heute noch gespielt werden können.

Leider ist die Nutzung des Modems heute nicht mehr zeitgemäß und funktioniert bei IP-basierten Telefonanschlüssen auch nicht mehr richtig und ein LAN-Adapter (Broadband Adapter), den es als Zubehör zu kaufen gab, kann nur selten auf bekannten Auktionsplattformen für sehr viel Geld ersteigert werden. Abhilfe schafft hier aber der Raspberry Pi, der zusammen mit einem USB-Modem und der DreamPi Distribution die Gegenstelle für das Modem der Dreamcast übernimmt.

Materialliste

1x Raspberry Pi B (laut Autor sollten alle Modelle laufen)
1x SD-Karte
1x USB Modem (muss unter Linux laufen - ein billiges Modem von eBay reicht vollkommen aus)
1x Aufwärtswandler (in meinem Fall ein MT3608, muss 5V in ~24-26V umwandeln)
1x Widerstand 1k
1x Elektrolytkondensator, 1µF, 63V (minimale Spannung 26V)

Schritt für Schritt Anleitung

Schritt 1 – DreamPi Image laden

Zuerst lädt man das DreamPi Image für den Raspberry Pi von der Webseite des DreamPi Autors. Man findet es unter „What you will need“. Zum Erstellungszeitpunkt des Artikels ist die Version 0.95 aktuell.

DreamPi Image Download

Schritt 2 – Image entpacken

Das Image für den Raspberry Pi ist mit dem Packprogramm 7-Zip komprimiert worden. Man findet 7-Zip unter http://www.7zip.org. Nach der Installation kann man die heruntergeladene Datei öffnen und über einen Klick auf „Entpacken“ die Image Datei in ein Verzeichnis entpacken.

DreamPi Image Entpacken

Schritt 3 – Image auf die SD-Karte kopieren

Mit dem Programm Win32 Disk Imager (http://www.heise.de/download/win32-disk-imager-1192033.html) kann man dann die „.img“ Datei auf die SD-Karte übertragen. Dafür einfach das Laufwerk mit der SD-Karte und die Image Datei auswählen und mit einem Klick auf „Write“ wird das Image auf die SD-Karte geschrieben. ACHTUNG: Dabei gehen alle Daten auf der SD-Karte verloren.

Benutzername und Passwort sind übrigens, wie auch bei Raspbian üblich, „pi“ und „raspberry“.

Win32DiskImager

Schritt 4 – Raspberry Pi vorbereiten

Jetzt kann der Raspberry Pi vorbereitet werden. Dazu das USB Modem, das Netzteil und die SD-Karte in den Raspberry Pi einlegen. Momentan funktioniert DreamPi nur über den integrierten LAN Port, deshalb muss auch ein Netzwerkkabel angeschlossen werden. Die Konfiguration von DreamPi sollte dann aber selbstständig ablaufen.

Schritt 5 - „Line Voltage Inducer“

Der „Line Voltage Inducer“ ist notwendig, um die zur Kommunikation notwendige Spannung auf der Telefonleitung aufzubauen. Dieser Schritt ist dabei der aufwendigste, aber dennoch recht einfach, da nur wenige Bauteile benötigt werden.
Ich habe bei meinem Umbau das beim Modem mitgelieferte Telefonkabel verwendet. In meinem Fall waren nur zwei Leitungen belegt. Sollte jemand ein Telefonkabel mit mehr als zwei Adern verwenden, so ist es wichtig, dass nur die zwei mittleren Adern benötigt werden. Der „Line Voltage Inducer“ wird dabei in eine Leitung eingebaut. Dazu einfach das Kabel auftrennen, eine Ader wieder miteinander verbinden und zwischen die andere Leitung die im Bild gezeigte Schaltung dazwischenhängen. Die im Bild gezeigte Spannungsquelle V1 mit 26V ist in diesem Fall der Aufwärtswandler.

Line Voltage Inducer-ohne Logo

Schritt 6 – Aufwärtswandler an den Raspberry Pi anschließen

Damit der Aufwärtswandler nicht von einer separaten Spannungsquelle versorgt werden muss, wird er direkt mit den 5V des Erweiterungsports des Raspberry Pi verbunden. Ein Blick auf die Pinbelegung verrät, dass wir +5V und GND direkt untereinander finden. Hier wird der Eingang des Aufwärtswandlers angeschlossen.

Expansionport Raspberry Pi

Schritt 7 – Aufwärtswandler auf 26V einstellen

Im letzten Schritt muss der Aufwärtswandler jetzt noch auf eine ungefähre Spannung von 24-26V eingestellt werden. Dazu entweder den Raspberry Pi booten oder den Aufwärtswandler noch einmal an ein Netzgerät mit 5V anschließen und mit einem Multimeter die Ausgangsspannung bestimmen. Die meisten Module besitzen ein Potentiometer, mit dem die Ausgangsspannung eingestellt werden kann.
Ist die Ausgangsspannung korrekt eingestellt worden, kann die eine Seite unserer „selbstgebauten Telefonleitung“ an die Dreamcast und die andere Seite an das Modem angeschlossen werden. Die Hardwareseite ist damit fertig.

MT3608 Aufwärtswandler - bearbeitet

Schritt 8 – Wählverbindung der Dreamcast einrichten

Die Sega Dreamcast muss jetzt noch so konfiguriert werden, dass eine eigene Wählverbindung verwendet wird, die nicht auf ein Freizeichen wartet. Am besten verwendet man DreamKey 3.0, da man hier auch gleich die Verbindung mit dem integrierten Webbrowser testen kann.

In den Einstellungen wird ein neuer Provider angelegt, der unter der Telefonnummer „555“ erreichbar ist. In den Advanced Settings muss zusätzlich noch der Modemstring „ATX0“ eingetragen werden. Der Benutzername kann frei gewählt werden und das Passwort lässt man leer.
Zum Abschluss startet man eine Verbindung, die ohne Probleme aufgebaut werden sollte. Nach Eingabe einer Internetadresse sollte die entsprechende Webseite geladen werden.

Sollte die Verbindung mit einem Timeout abbrechen, kann eine Fehlkonfiguration innerhalb von DreamPi der Grund sein. Man sollte sich dann mit dem Raspberry Pi per SSH verbinden und die Datei „/etc/ppp/options“ überprüfen. Hier sollte der richtige DNS Server eures Netzwerk unter „ms-dns“ stehen.

Schritt 9 – Phantasy Star Online mit Sylverant Server

Die Server des Spiels Phantasy Star Online wurden schon vor längerer Zeit abgeschaltet. Dennoch wird von einem Enthusiasten ein eigener Server gepflegt, der Sylverant heißt und unter http://www.sylverant.net zu erreichen ist. Auf der Seite des Servers findet man ein Programm, das man auf CD brennen kann, um Phantasy Star Online so zu patchen, dass es sich automatisch mit dem Sylverant Server verbindet.

 

7Aug/160

Umstellung auf SSL

Anfang diesen Monats hat mein Webhoster angekündigt, dass ab sofort SSL Zertifikate kostenlos für die Webseiten zur Verfügung stehen werden. Logischerweise habe ich diese Möglichkeit gleich in Anspruch genommen und mir für meine Webseiten erst einmal Zertifikate generiert, was auch ziemlich einfach möglich war. Als erstes war mein Development Blog dran, denn da sind bisher noch nicht so viele Inhalte zusammen gekommen, sodass keine größere Schwierigkeiten zu erwarten waren. Die Umstellung verlief schnell und reibungslos, wobei ich bei der Umstellung nach einer Anleitung von Webongo vorgegangen bin.

Wie ihr sicherlich bemerkt habt, habe ich mein Weblog mittlerweile auch komplett auf HTTPS umgestellt, wobei die Umstellung hier dann schon etwas aufwendiger war. Gerade wenn man Inhalte von anderen Seiten in seinem Weblog verlinkt, bspw. die Einbindung eines Videos von Youtube oder Bilder von anderen Webseiten, muss man daran denken, dass man auch hier auf HTTPS umstellen muss, denn sonst meckert der Browser. D.h. also, dass man wohl oder übel einmal über alle Seiten drüberschauen muss und alle externen Inhalte noch mal überprüfen muss. Einfache Links auf andere Seiten sind aber kein Problem.

Gerade hier in meinem Weblog ist da doch einiges zusammengekommen, was ich erst mal nacharbeiten musste. Neben Links zu Youtube Videos, die es einfach gar nicht mehr gibt oder deren Link sich geändert hat, waren aber auch eingebettete Elemente von anderen Dienstleistern dabei, die auch bereits schon in die Insolvenz gegangen sind oder Bilder aus Foren, die auch schon gar nicht mehr existieren. Ich habe mir deshalb die Arbeit gemacht und alles, so gut es ging, nachgearbeitet und habe, nach der Prüfung hoffentlich alles Seiten, keine weiteren Probleme mehr gefunden.

Und so freue ich mich mittlerweile über ein "A" bei der Sicherheitsprüfung mit dem SSL Tool von SSLlabs.

SSLlabs

Aber warum macht man sich eigentlich die Arbeit? Naja, hauptsächlich, damit meine Passwörter erst mal bei der Anmeldung zur Webseite nicht ungesichert über das Internet laufen. Als nächstes natürlich noch, weil es einen besseren Google PageRank gibt und zum Schluss natürlich auch wegen der Sicherheit für euch, denn nicht jeder muss unbedingt wissen, was ihr euch gerade anschaut, oder :-)?

28Feb/160

Arduino Uno + Ethernet Shield + Thingspeak

Vor kurzem habe ich ein Honeywell Rondostat HR-20 Heizkörperthermostat in Betrieb genommen, das schon lange sein Dasein im Keller fristete. Anfangs funktionierte es eigentlich einwandfrei, wobei mir die seltsame Regelung der Temperatur in meinem Raum schon etwas komisch vorkam. Der Raum kühlte ab und das Thermastat schaltete komplett durch. Das hatte schon was von einer PWM Regelung der Temperatur und hat mir schon nicht so richtig gefallen. Als ich dann tagsüber mal in den Raum hereinkam, hatte der Raum bereits eine Temperatur von sommerlichen über 30°C erreicht und es wurde nicht mal ein Fehler angezeigt. Da man so einem Gerät nun nicht mehr vertrauen kann, habe ich mir schnell aus einem Arduino UNO, einem Ethernet Shield, einem DHT11 Temperatur- / Luftfeuchtigkeitssensor und Thingspeak einen kleinen Datenlogger gebastelt, der seine Daten an die Thingspeak Plattform sendet. Auf der Plattform kann man die Daten jederzeit und von überall aus abrufen.
Den Aufbau sowie den Quellcode habe ich mal in mein Wiki gepackt.

ArduinoUnoEthernetDHT11Thingspeak

dht11_mit_thingspeak

Ergebnis der ganzen Aktion: ich habe mir ein neues Thermostat geholt, das deutlich besser regelt und werde in Zukunft mal versuchen, die alternative Firmware OpenHR20 in das HR-20 einzuspielen. Ein weiterer Test wird dann zeigen, ob das HR-20 oder die Firmware davon Schrott sind.

14Sep/150

LiPo Akku aufgebläht

Bei dem schönen Wetter der letzten Tage habe ich mal wieder meine Parrot AR Drone herausgeholt und war ein wenig im Garten unterwegs, um mein Setup mal wieder zu testen. Beim letzten Test hat leider mein MiruMod nicht funktioniert (wegen einem Firmwareupdate von Parrot), aber die Firmware habe ich mittlerweile ausgetauscht. Auch hatte ich bisher immer das Problem, dass der Quadrokopter während des Fluges immer mal wieder den Schub verringerte und zu Boden sank. Hat sich aber auch mittlerweile erledigt, der Testflug verlief ohne Probleme und weitere Auffälligkeiten. Nach dem Flug wollte ich den Akku wieder aufladen und steckte ihn in das Ladegerät und dieses dann in die Steckdose. Es gab einen kleinen Knall und die Hülle des Akkus ist aufgeplatzt. Das ganze Desaster zeigt das Bild hier eindrucksvoll:

LiPo Akku aufgebläht

Wie man sieht, hat sich eine Zelle aufgebläht und durch die damit verbunde Ausdehnung ist die Hülle des Akkus geplatzt. Den Akku habe ich vorerst mal in ein sicheres Metallgehäuse gepackt und er wird bei nächster Gelegenheit entsorgt. Da mich sowohl das Parrot Ladegerät als auch die Akkus bisher gestört haben (Halterung der Akkus war immer schon etwas friemelig), habe ich mir als Alternative jetzt endlich mal einen eigenen Balancer samt Akkus gegönnt. Vielleicht wäre es auch ganz sinnvoll, wenn ich mir zusätzlich noch eine brandsichere Ladetasche für ein paar Euro dazukaufe!?

19Aug/150

Digitale Aufräumarbeiten

Irgendwie habe ich momentan den digitalen Frühjahrsputz nach hinten verlegt und trenne mich so nach und nach von einigen Diensten, bei denen ich mal angemeldet war und die ich schon längere Zeit nicht mehr nutze. Dazu gehören beispielsweise eine Crowdfunding Plattform, die sich mit Investments in Energieprojekte beschäftigt (nein, nicht Kickstarter), oder der vor langer Zeit quasi bereits eingestellte Mikroblogging Dienst App.net. Da es mit dem Micropayment Dienst Flattr jetzt auch einen Dienst trifft, den ich bisher auf allen meinen Webseiten eingebunden hatte, dachte ich mir, dass ich mal schnell ein paar Zeilen dazu schreibe - ist ja auch sonst nichts los hier ;-).

Die Idee von Flattr ist einfach: Man hat monatlichen einen gewissen Betrag ab 2 EUR zur Verfügung und kann auf anderen Webseiten, wie bspw. Blogs aber auch einigen kommerziellen Nachrichtenseiten, über einen Klick auf den Flattr Button über diesen Klick mitteilen, dass man den Artikel, den man gerade gelesen hat, mochte. Am Ende des Monats werden diese Klicks ausgewertet und dann der zur Verfügung gestellte Betrag durch die Klicks geteilt und diese Teile auf die Autoren verteilt. Hört sich komplizierter an, als es eigentlich ist :-). Bei mir kamen da meist Beträge im zweistelligen Cent Bereich für die Autoren zusammen und man kann so natürlich demjenigen zeigen, dass seine Arbeit den Nutzern etwas Wert ist (daher auch "flatter" -> "schmeicheln").
Für mich stellte sich jedoch nach fast 5 Jahren die Frage, was ich eigentlich monatlich so "flattere". Denn eigentlich waren es immer die gleichen Seiten, die ein paar Cent bekommen habe und auf den Seiten, die ich regelmäßg benutze, ist gar kein Flattr Button vorhanden. In den letzten Jahre bin ich auch eher dazu umgestiegen, hier und da mal einem Open Source Projekt etwas zu spenden. Da kommt dann mehr Geld zusammen und Flattr knabbert sich nicht auch noch etwas Marge weg. Für das Betriebssystemprojekt Haiku hatte ich bspw. ein reglmäßiges Abonnement eingerichtet - ein direkte Spende wäre sicherlich nützlicher gewesen.
Die Flattr Klicks, die ich erhalten habe, waren sehr übersichtlich, haben aber jedes Mal zu einem kleinen Motivationsschub geführt (dafür ist das ja auch gedacht und natürlich auch noch einmal vielen Dank an alle, die mal auf so einen Button geklickt haben), aber irgendwie empfand ich das immer ein wenig wie Bettelei, weshalb ich die Buttons eher unauffällig hier und auf den restlichen Seiten platziert habe.

Der langen Rede kurzer Sinn: Ich habe mich dazu entschlossen, mich bei Flattr abzumelden und dementsprechend werden hier auch die Flattr Buttons verschwinden. Es war eine ganz nette Idee, die sich zumindest in dem Bereich des Internets, in dem ich mich herumtreibe, nicht durchgesetzt hat. In der Retrospektive sind dort einige Euros gelandet, die ich im Nachhinein lieber an mehrere, kleinere (!) Open Source Projekte gespendet hätte.