Dreamcast wiederentdeckt / Docker Devkit

Vor Kurzem bin ich mal wieder über meine Sega Dreamcast gestolpert, die schon seit einiger Zeit ein Schattendasein in einer Stapelbox geführt hat. Ich habe sie bereits vor einigen Jahren schon mit einem GDROM-Emulator ausgestattet, den Akku der Echtzeituhr getauscht, eine Wechselhalterung für den Akku eingebaut, der laute Lüfter durch einen Noctua Lüfter und auch schon das alte Netzteil durch ein Pico-PSU ersetzt. Für den GDROM Emulator habe ich entsprechende Einsätze gedruckt, das Pico PSU wurde auf eine Halterung aufgesetzt und auch für den Lüfter habe ich einige Vorlagen bei Thingiverse gefunden, die den Einbau erheblich erleichtert haben. Das sieht dann momentan so aus (ist nicht mehr viel vom Original über…):

Umgebaute Sega Dreamcast

Also wurde die Dreamcast mal wieder aufgebaut und eine Runde Crazy Taxi gespielt. Evtl. hänge ich auch meinen RasPi mit DreamPi wieder an die Dreamcast und spiele eine Runde Phantasy Star Online auf dem Sylverant Server.

Coders Cable Umbau

In meiner Stapelbox lag auch noch mein altes Coders Cable von Lik Sang, das einen MAX3222 Chip zur Wandlung von 3.3V auf RS232 verwendet hat. Heutzutage ist das nicht mehr üblich und deshalb habe ich das Kabel abgetrennt und ein FTDI USB nach Seriell Konverter drangehängt. Wenn ich mal etwas mehr Zeit haben sollte, werde ich mal schauen, ob man da nicht auch einen ESP32 dranhängen kann.

Sega Dreamcast Coders Cable mit FTDI USB-Seriell Konverter

Docker KallistiOS Development Kit

Wenn man ein Coders Cable testen möchte, dann ist es natürlich sinnvoll, ein kleines Programm zu schreiben, das z.B. einen 3D Würfel rendert und auf dem Bildschirm rotieren lässt. Um das Programm zu erstellen, benötigt man ein Cross Development Kit und davor hat es mir bisher immer wieder etwas gegraut. Man musste dafür damals erstmal eine entsprechende Umgebung samt dem KallistiOS Development Kit kompilieren und das hat bei mir selten auf Anhieb funktioniert. Glücklicherweise gibt es heute bereits komplett fertige Development Kits bspw. das DreamSDK, das als Installer für Windows daher kommt. Da ich aber nichts installieren möchte, habe ich mich dann für ein Docker Image entschieden, das das komplette Development Kit mitbringt und so konnte ich, nachdem ich das KallistiOS GitHub Repository lokal geklont habe, die enthaltenen Beispiele über die Kommandozeile auf Anhieb kompilieren. Ich verwende dafür den Befehl

um eine interaktive Konsole zu starten und dort dann die Make Dateien aufzurufen. Danach purzeln die Kompilate für die Dreamcast in den entsprechenden Verzeichnissen heraus.
Die Dateien habe ich bisher erstmal mit einer alten Version des DC-Tool-Serial übertragen und gestartet. Die Version v1.0.6 habe ich leider bisher noch nicht für Windows gefunden, also werde ich mich die Tage wohl mal dran setzen und das selbst kompilieren und vielleicht hier zur Verfügung stellen. Es ist auf jeden Fall ganz schön, mal wieder die alten Spiele zu zocken und auch mal wieder zu schauen, was die Homebrew Szene momentan noch so alles für die alten Konsole bastelt.

Farbpalette finden mit Paletton

Ab und an stehe ich vor dem Problem, eine vernünftige Farbpalette für ein Programm oder ein Grafikdesign zu finden. Wenn man dann noch Softwareentwickler ist, wie ich, wird es ganz schnell mal „entwicklerschön“, also sollte man für solche Fälle ein Tool zur Hand haben, das einem wenigstens schon mal bei der Farbpalette hilft.
Paletton ist so ein Tool, über das ich heute gestolpert bin und das eine Fülle an Einstellungen hat, die euch helfen eine geeignete Farbpalette zu finden. Über den Farbkreis könnt ihr zuerst einstellen, was für eine Farbpalette ihr haben wollt. Die Namen beschreiben die Anordnung der gewählten Farben im Farbkreis (Monochromatisch, Adjazent, etc.). Danach wählt ihr im Farbkreis einfach die Grundfarbe aus und könnt direkt auf der rechten Seite die dazu passenden Farben sehen.

Paletton – Tool zum Finden einer Farbpalette

Im unteren Bereich des Tools findet ihr außerdem die Möglichkeit Presets mit der gewählten Grundfarbe anzeigen zu lassen und die gewählten Farben in einer Vorschau zu visualisieren. Für letzteres gibt es auch wieder einige Presets, die euch unter anderem auch zeigen, wie Text in den gewählten Farbtönen kombiniert aussieht.
Schlussendlich könnt ihr über „Export / Tables“ euer eigenes Farbdesign exportieren oder auch drucken. Hier wird euch die komplette Farbpalette samt der RGB Farbwerte angezeigt und ihr könnt sie in den unterschiedlichsten Formaten exportieren.

Ach… und noch ein kleines Gimmick, das ich anfangs übersehen habe: unten rechts findet ihr den Punkt „Vision Simulation“. Mit ihm kann man bspw. simulieren, wie die Seite für einen Farbenblinden aussehen würde. Ich finde es sehr wichtig, dass das möglich ist, denn allzu oft vergisst man, dass manche Menschen davon betroffen sind. Also checkt euer Farbdesign einfach mal schnell damit durch, damit es auch für farbenblinde Menschen gut zu lesen ist.
Insgesamt mag ich die Einfachheit von Paletton sehr und dennoch ist es möglich, damit sehr komplexe Einstellungen vorzunehmen, um seine gewünschte Farbpalette zu finden. Vielleicht ist es ja auch etwas für euch.

45000 Betriebsstunden – RAID Festplattentausch die 2te

Wie ihr ja unschwer in meinen letzten beiden Beiträgen lesen konntet, hat in meinem RAID1 System eine Platte nach über 41000 Betriebsstunden den Geist aufgegeben und musste ersetzt werden. Das RAID meiner Synology DS212j hat meine Daten sicher gehalten und die Wiederherstellung des RAID Systems mit der neuen Platte war auch kein Problem. Da aber die zweite Platte auch noch die Ältere war und mittlerweile schon über 45000 Betriebsstunden (Seagate ST2000DL003) auf der Uhr hat, wurde es jetzt auch langsam mal Zeit, die zweite Platte im System zu tauschen. Ich habe damit aber absichtlich noch etwas gewartet, um definitiv zwei unterschiedliche Platten aus (hoffentlich) unterschiedlichen Produktionen zu bekommen, in der Hoffnung, die Wahrscheinlichkeit für einen gemeinsamen Ausfall der beiden Platten zu minimieren.

Die Vorgehensweise ist die gleiche wie bereits im vorherigen Posting beschrieben. Backup (!!!) machen, Synology NAS herunterfahren, aufschrauben, neue Platte einsetzen und nach dem Hochfahren die Wiederherstellung der Datenträgerintegrität starten.

Da die Vorgänger der beiden Western Digital Platten nur 2 TB Speicherplatz hatten, musste aber noch die Datenpartition vergrößert werden, da die neuen Platten jeweils 4 TB Speicherplatz haben. Auch kein Problem, da ich zum damaligen Zeitpunkt das „Synology Hybrid RAID (SHR)“ sollte, zumindest laut FAQ, die Größe des Speichers automatisch angepasst werden.

Wie man sehen kann, hat das auch einwandfrei funktioniert und mir stehen jetzt 3.64 TB Speicherplatz auf dem NAS zur Verfügung. Zusammengefasst kann ich sagen, dass ich sehr zufrieden mit der Wiederherstellung des RAID Systems und die Vergrößerung des Speichers bin. Da man die Systeme immer erst in einem Fehlerfall richtig kennenlernt und ich hier wirklich sehr einfach die betroffene Platte mit den fehlerhaften Sektoren tauschen und den Speicherplatz erweitern konnte, muss ich wirklich sagen, dass ich mit meinem Synology NAS sehr zufrieden bin. Von mir aus kann es gerne noch ein paar Jahre durchhalten :-)!

Digitale Aufräumarbeiten

Irgendwie habe ich momentan den digitalen Frühjahrsputz nach hinten verlegt und trenne mich so nach und nach von einigen Diensten, bei denen ich mal angemeldet war und die ich schon längere Zeit nicht mehr nutze. Dazu gehören beispielsweise eine Crowdfunding Plattform, die sich mit Investments in Energieprojekte beschäftigt (nein, nicht Kickstarter), oder der vor langer Zeit quasi bereits eingestellte Mikroblogging Dienst App.net. Da es mit dem Micropayment Dienst Flattr jetzt auch einen Dienst trifft, den ich bisher auf allen meinen Webseiten eingebunden hatte, dachte ich mir, dass ich mal schnell ein paar Zeilen dazu schreibe – ist ja auch sonst nichts los hier ;-).

Die Idee von Flattr ist einfach: Man hat monatlichen einen gewissen Betrag ab 2 EUR zur Verfügung und kann auf anderen Webseiten, wie bspw. Blogs aber auch einigen kommerziellen Nachrichtenseiten, über einen Klick auf den Flattr Button über diesen Klick mitteilen, dass man den Artikel, den man gerade gelesen hat, mochte. Am Ende des Monats werden diese Klicks ausgewertet und dann der zur Verfügung gestellte Betrag durch die Klicks geteilt und diese Teile auf die Autoren verteilt. Hört sich komplizierter an, als es eigentlich ist :-). Bei mir kamen da meist Beträge im zweistelligen Cent Bereich für die Autoren zusammen und man kann so natürlich demjenigen zeigen, dass seine Arbeit den Nutzern etwas Wert ist (daher auch „flatter“ -> „schmeicheln“).
Für mich stellte sich jedoch nach fast 5 Jahren die Frage, was ich eigentlich monatlich so „flattere“. Denn eigentlich waren es immer die gleichen Seiten, die ein paar Cent bekommen habe und auf den Seiten, die ich regelmäßg benutze, ist gar kein Flattr Button vorhanden. In den letzten Jahre bin ich auch eher dazu umgestiegen, hier und da mal einem Open Source Projekt etwas zu spenden. Da kommt dann mehr Geld zusammen und Flattr knabbert sich nicht auch noch etwas Marge weg. Für das Betriebssystemprojekt Haiku hatte ich bspw. ein reglmäßiges Abonnement eingerichtet – ein direkte Spende wäre sicherlich nützlicher gewesen.
Die Flattr Klicks, die ich erhalten habe, waren sehr übersichtlich, haben aber jedes Mal zu einem kleinen Motivationsschub geführt (dafür ist das ja auch gedacht und natürlich auch noch einmal vielen Dank an alle, die mal auf so einen Button geklickt haben), aber irgendwie empfand ich das immer ein wenig wie Bettelei, weshalb ich die Buttons eher unauffällig hier und auf den restlichen Seiten platziert habe.

Der langen Rede kurzer Sinn: Ich habe mich dazu entschlossen, mich bei Flattr abzumelden und dementsprechend werden hier auch die Flattr Buttons verschwinden. Es war eine ganz nette Idee, die sich zumindest in dem Bereich des Internets, in dem ich mich herumtreibe, nicht durchgesetzt hat. In der Retrospektive sind dort einige Euros gelandet, die ich im Nachhinein lieber an mehrere, kleinere (!) Open Source Projekte gespendet hätte.

MPPT Solarladeregler mit dem Arduino

Für mein Nistkastenkamera Projekt habe ich vor einiger Zeit eine kleine Solaranlage aufgebaut, um die Kamera autark zu betreiben. Das Projekt war eigentlich nur eine Spielerei, die aber viel Spaß gemacht hat und so arbeite ich mittlerweile an Version 2.0 der Nistkastenkamera. Die größte Anforderung dabei ist, dass die Elektronik im Nistkasten eine geringe Stromaufnahme hat und generell eine hohe Effizienz aufweist, was derzeitig absolut nicht der Fall ist. Aus diesem Grund habe ich mich ein wenig nach MPPT (Maximum Power Point Tracking) Solarladereglern umgeschaut. Ein fertiges Modul zu kaufen ist aber irgendwie zu einfach, denn schließlich möchte ich verstehen, was da passiert und so habe ich nach einem Arduino MPPT Solarladeregler gesucht und bin dabei auf eine Playlist von Julian Ilett bei Youtube gestoßen, in der er Schritt-für-Schritt einen auf einem Arduino basierenden MPPT Solarladeregler aufbaut. Das Projekt ist leider noch nicht ganz fertig, aber allein wegen der ausfürhlichen Beschreibung, wie er dabei vorgeht, kann man schon sehr viel lernen. Schaut doch mal rein: