Arduino Uno + Ethernet Shield + Thingspeak

Vor kurzem habe ich ein Honeywell Rondostat HR-20 Heizkörperthermostat in Betrieb genommen, das schon lange sein Dasein im Keller fristete. Anfangs funktionierte es eigentlich einwandfrei, wobei mir die seltsame Regelung der Temperatur in meinem Raum schon etwas komisch vorkam. Der Raum kühlte ab und das Thermastat schaltete komplett durch. Das hatte schon was von einer PWM Regelung der Temperatur und hat mir schon nicht so richtig gefallen. Als ich dann tagsüber mal in den Raum hereinkam, hatte der Raum bereits eine Temperatur von sommerlichen über 30°C erreicht und es wurde nicht mal ein Fehler angezeigt. Da man so einem Gerät nun nicht mehr vertrauen kann, habe ich mir schnell aus einem Arduino UNO, einem Ethernet Shield, einem DHT11 Temperatur- / Luftfeuchtigkeitssensor und Thingspeak einen kleinen Datenlogger gebastelt, der seine Daten an die Thingspeak Plattform sendet. Auf der Plattform kann man die Daten jederzeit und von überall aus abrufen.
Den Aufbau sowie den Quellcode habe ich mal in mein Wiki gepackt.

ArduinoUnoEthernetDHT11Thingspeak

dht11_mit_thingspeak

Ergebnis der ganzen Aktion: ich habe mir ein neues Thermostat geholt, das deutlich besser regelt und werde in Zukunft mal versuchen, die alternative Firmware OpenHR20 in das HR-20 einzuspielen. Ein weiterer Test wird dann zeigen, ob das HR-20 oder die Firmware davon Schrott sind.

Delta 3D Drucker

Puh, mein letzter Beitrag hier im Blog ist ja auch schon wieder eine ganze Weile her und ich war mir auch schon nicht mehr so sicher, ob es richtig war, diesen Blog aufzuteilen und mein Development Blog zusätzlich zu starten. Mittlerweile gibt es aber wieder einiges Neues und ich habe auch mal wieder Lust ein paar Beiträge zu schreiben, also war die Trennung letztendlich dann doch richtig. Aber zurück zum Thema…

Ich bin seit einiger Zeit stolzer Besitzer eines Achatz easyDelta 3D Druckers. Der Wunsch nach einem 3D Drucker war schon längere Zeit da, allerdings habe ich immer noch gezögert, um nicht gleich bei der ersten Generation zuzuschlagen und ein Gerät zu erhalten, dass dann schon etwas „anfängerfreundlicher“ ist. Nach einer sehr langen Vorauswahl von unterschiedlichsten 3D Druckern bin ich letztendlich bei der Wahl zwischen einem Ultimaker 2 oder dem Achatz easyDelta Drucker, der ähnlich zum SeeMeCNC Rostock Max ist, angekommen und habe mich dann aus hauptsächlich einem Grund für den easyDelta entschieden: mein Arbeitskollege hat sich auch so einen 3D Drucker geholt.
Eigentlich wollte ich nämlich einen Drucker, den ich anschließen und nutzen kann, den easyDelta muss man aber komplett selbst zusammenbauen. Dafür ist es aber auch ein Open Source Drucker – also ein RepRap. Anfangs sitzt man also erst mal vor einem Haufen Tüten und fragt sich schon, ob das die richtige Entscheidung war.

Einzelteile des Achatz easyDelta

Dank der einigermaßen guten Anleitung ging der Bau aber ganz gut voran. Mit „einigermaßen“ meine ich, dass die Mechanik eigentlich ganz gut in der Bauanleitung beschrieben war, die Elektronik war aber etwas dürftig beschrieben. Nach zwei Tagen war der Drucker dann soweit aufgebaut und trotz einiger Tricksereien, wie bspw. die Einstellungen des Motorshields, die ich erst auf ganz anderen Seiten suchen musste und wo man ein bisschen improvisieren musste, stand nach zwei Tagen dann der Drucker fertig auf dem Tisch.

Fertig aufgebauter Achatz easyDelta 3D Drucker

Also gleich mal losdrucken – denkste. Natürlich muss der Drucker erst einmal kalibriert werden und genau hier schweigt sich die Bedienungsanleitung komplett aus. Ein Youtube Video, das auf die manuelle Kalibrierung eines Delta Druckers eingeht, hat mir auch nicht weitergeholen, da die dort verwendete Befehle in der mitgelieferten Firmware nicht vorhanden waren. Der Support von Achatz hat mir leider auch nur einmal geantwortet und danach herrschte auf allen Kanälen Funkstille. Zuerst habe ich also versucht, die Endstoppschalter zu verschieben und musste dabei feststellen, dass diese qualitativ wirklich minderwertig sind. Bei dem sonst so robusten und gut verarbeiteten Drucker ist das eine echte Schwachstelle. Nachdem mir fast alle Endstoppschalterhalterungen zerbröselt sind, hat mir glücklicherweise mein Kollege ein paar neue nach der Vorlage eines Benutzers bei Thingiverse gedruckt, die deutlich robuster sind. Vielen Dank deshalb an Taede de Jong, der die Dateien dafür zur Verfügung gestellt und mir auch bei einigen Anfangsschwierigkeiten mit dem Drucker weitergeholfen hat.

Gebrochene Endstoppschalterhalterungen

Ich habe dann versucht, die mitgelieferten Sourcen für den Drucker zu kompilieren und dabei dann festgestellt, dass die Werte überhaupt nicht zu dem Drucker passen, also bin ich letztendlich bei der Marlin Firmware gelandet und habe alle Einstellungen noch einmal neu gemacht und konnte mich dann endlich mit der Kalibrierung des Druckers beschäftigen. Bei den Delta Druckern ist das ein wenig aufwendiger, aber wenn man nach folgendem Video vorgeht, ist es eigentlich kein Problem (ist auch nur beim ersten Mal so aufwendig, eine Neukalibrierung ist danach ein Kinderspiel):

Nachdem die Kalibrierung endlich durch war – dafür habe ich mit den Ersatzteilen und den Experimenten mit der Firmware ungefähr zwei Wochen gebraucht –  konnte endlich der erste Druck gestartet werden und, man glaubt es kaum, es hat auf Anhieb funktioniert.

3D Drucker Achatz easyDelta beim Drucken

Mittlerweile habe ich schon so einiges gedruckt und dabei den Druckprozess immer weiter optimiert (Temperaturen des Heizbetts, Temperaturen des Extruders, Infill, etc.), sodass ich den Drucker sogar schon mal beim Drucken alleine lassen kann. Unter den bisher gedruckten Objekten befinden sich bspw. ein Raspberry Pi 2 Gehäuse, Halterungen für die Extruderdüsen, Basisboards für meine Freescale Development Kits, Basisboards für meine STM32 Nuclea Development Kits, aber auch so einfache Dinge wie eine Schutzkappe für einen Zaunpfahl. Da ich auch immer mehr Ideen für neue zu Druckende Objekte habe, arbeite ich mich gerade in FreeCAD ein. Das ist für mich zwar erst mal etwas gewöhnungsbedürftig, aber es klappt schon immer besser. Ich werde mich als nächstes dann wohl mal an etwas komplexere Designs versuchen.

Zum Achatz easyDelta kann ich abschließend sagen, dass der Drucker sehr robust ist, die Aufbauanleitung war ok, ließ mich aber bei der Elektronik ziemlich alleine, aber leider war der Support sehr unzureichend. Glücklicherweise ist es ein RepRap Drucker, sodass ich nach viel Sucherei dennoch zum Ziel gekommen bin und jetzt einen zuverlässigen 3D Drucker besitze. Der Kauf hat sich für mich als Bastler auf jeden Fall schon mal gelohnt.

Embedded Projects Journal Ausgabe 14

Eine neue Ausgabe des kostenlosen Embedded Projects Journal Magazin ist erschienen. Das Magazin ist eine Open-Source Zeitschrift rund um das Thema Mikrocontroller und eingebetteten Systemen. Pro Jahr erscheinen 4 Ausgaben, die entweder kostenlos als PDF, kostenlos auf Papier oder als Abo für 12,99 EUR auf Papier bezogen werden. Mehr dazu könnt ihr auf der Seite vom Embedded Projects Journal erfahren. Den Download der PDF Version findet ihr unten rechts unter “Aktuelle Ausgabe”.

Inhalt:

  • DidCAM – Wärmebildkamera
  • LED-Cube
  • Erstellung eines Nutzen in EAGLE
  • Ein 8-Bit Rechner mit Spartan
  • Funkübertragung mit IEEE802.15.4
  • Beschleunigungssensor an Gnublin

 

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Autoradio: Display entspiegeln

Nach langer Zeit habe ich mich dazu durchgerungen, mir ein neues Autoradio zu kaufen. Wenn man immer noch mit einem Kassettendeck und einer Adapterkassette für den MP3 Player herumhantieren muss ist das nur zu verständlich. Also habe ich mir ein neues Autoradio mit Freisprecheinrichtung, Bluetooth, USB und allem möglichen Schnickschnack zugelegt, um mal wieder auf dem neusten Stand der Technik zu sein. Auch die Displayfarbe lässt sich an meine bisherigen Instrumente im Auto anpassen und ich bin eigentlich ganz zufrieden mit dem Radio bis auf das eigentliche Display. Irgendwie scheint man mittlerweile selbst bei Autoradios der Meinung zu sein, dass man ein Display, genau wie beim PC, nicht mehr entspiegeln müsse. Das Problem war dann, dass man tagsüber relativ schlecht das Display erkennen konnte, also musste eine Lösung her, die das Problem beseitigt.
Meine Wahl fiel dabei auf ganz einfache Displayfolie für ein Mobiltelefon – in meinem Fall die eine ‘dipos Displayschutzfolie’, die ich dann auf die Größe des Displays zugeschnitten habe. Um beim Zuschnitt der Folie möglichst genau arbeiten zu können, habe ich die Abmessungen des Displays ausgemessen und mit dem Programm Inkscape einen Rahmen gezeichnet, der genau die Abmessungen umfasst. Andere Programme, mit denen sich Rahmen mit genauen Längen- und Breitenangaben anlegen lassen, funktionieren natürlich auch. Danach nur noch schnell ausgedruckt, Displayfolie mit Klebestreifen auf dem Papier über dem Rahmen befestigt, möglichst genau ausgeschnitten und auf das Display geklebt. Das Resultat überzeugt. Zwar verliert man etwas Kontrast, dafür ist es mit der Spiegelung endgültig vorbei und man kann auch tagsüber das Display gut ablesen. Dadurch, dass ich die Folie relativ genau zugeschnitten habe, ist sie auch kaum sichtbar und fällt nur auf, wenn man ganz genau darauf achtet.

Hier ein Foto, das ich im Dunkeln aufgenommen habe:

2011-11-04 17.20.54

Ich bin jedenfalls mit dem Ergebnis sehr zufrieden.