Phonic – doch keine Treiber mehr für Vista

Im Januar hab ich mein Helix Board 12 USB von Phonic mit einer Notlösung, nämlich den universellen ASIO4ALL Treiber, dazu bewegen können eine geringere Latenzzeit zu haben. Der Hersteller des Mischpultes hat mir damals noch geschrieben, dass an einer Lösung des Treiberproblems gearbeitet werde. Leider hat sich seitdem nichts getan und ich habe mal wieder eine neue Anfrage an den Support bei Phonic geschrieben und gefragt, wie es denn mit Treibern für das Phonic Board aussehen würde. Diesmal bekam ich als Antwort, dass das Helix Board vor Vista entwickelt wurde und leider die interne Hard- und Firmware es unmöglich machen einen gescheiten Treiber für das Helix Board zur Verfügung zu stellen. Evtl. gibt es aber eine Neuauflage des Helix Board mit neuer Firmware und dann auch mit einem Treiber für Windows Vista.
Tja, damit ist das Teil für mich leider relativ wertlos geworden, da ich auf dem einen Rechner, der noch Windows als Betriebssystem hat, nur Vista drauf laufen habe. Evtl. werde ich auf meiner Linux Maschine eine zusätzliche Partition erstellen, auf der ich dann Windows XP installiere, aber schön ist das irgendwie alles nicht – vielleicht gibts aber dann auch irgendwann einfach einen neuen Audiomixer…

Na also, es geht doch: Vista und Musik

Ach ja, was hab ich die letzten Monate mich über Vista geärgert, das lag aber eigentlich nicht am System selbst (ich habe mich dran gewöhnt und finde es mittlerweile super), sondern an der mangelnden Hardware Unterstützung von meinem Sound Equipment. Da wäre also erstmal mein Swissonic Keyboard – ach nee, das wurde direkt als Standard Midi Eingabegerät erkannt und funktioniert dann einwandfrei. Probleme gab es aber bei meinem Phonic Helix Board und der internen Realtek Soundkarte meines Notebooks.
Wo liegt das Problem? Ganz einfach, wenn man Musik per Keyboard einspielen möchte, dann zählt die Latenzzeit, das ist die Zeit, die z.B. ein Soundsignal benötigt, bis es über die Lautsprecher ausgegeben wird, und die war mit ca. 120ms extrem hoch. Ein normales Arbeiten ist damit einfach nicht möglich, da man eine Taste drückt und entsprechend später erst der Ton zu hören ist. Man glaubt es kaum, aber 100ms können echt lang sein :-). Um die Latenzzeit klein zu halten, gibt es von Steinberg das sogenannte ASIO (Audio Stream Input / Output) Protokoll, das eine geringe Latenzzeit unter Windows ermöglicht (unter Linux gibt es dafür z.B. das JACK Protokoll).
Während mir der Phonic Support schon vor Monaten zugesichert hat, dass meine USB Hardware bald einen entsprechenden Treiber für Windows bekommen würde, hat sich seitdem weder bei meiner internen Realtek, noch bei dem Phonic Helix Board etwas getan – ich sass also auf dem Trockenen. Zum Glück habe ich das ASIO4ALL Projekt von Michael Tippach gefunden. Es stellt das ASIO Protokoll für alle WDM (Windows Driver Model) Soundkarten zur Verfügung und damit glücklicherweise auch für die von mir verwendeten Audio Geräte: das Helix Board und die interne Realtek Soundkarte.
Nach einem kurzen Test habe ich jetzt eine Latenzzeit von ca. 12ms und damit kann man endlich wieder so arbeiten, wie man sich das vorstellt.

An dieser Stelle deshalb einen ganz herzlichen Dank an Michael Tippach, der die Software ASIO4ALL entwickelt hat, ohne ihn müsste ich bestimmt noch Monate auf ASIO Treiber für meine Soundhardware für Windows Vista warten – falls es sie jemals geben wird!!!