3D Druck im Selbsttest

In letzter Zeit hört man ja viel von 3D Druck. Das sei die Zukunft, denn wenn wir in Zukunft Ersatzteile brauchen, dann drucken wir die auf unserem 3D Drucker, den wir natürlich zu Hause stehen haben, einfach selbst aus. Die 3D Dateien, die für das Ersatzteil benötigt werden, werden einfach beim Hersteller heruntergeladen – vielleicht zu einem gewissen Entgeld – mal schauen, wie sich das entwickelt.
Schöne neue Welt, oder Smiley? Ich finde das Konzept dahinter jedenfalls großartig und will hier gar nicht groß auf die unterschiedlichen Druckverfahren eingehen, aber da mich das Ganze schon interessiert, habe ich es vor kurzem mal getestet und zwar mit meinem Logic Analyzer. Vor einiger Zeit hatte ich mir bereits den Open Logic Sniffer Logic Analyzer gekauft, allerdings fehlte bisher immer das passende Gehäuse dafür. Durch Zufall bin ich in einem Forumbeitrag dann über ein 3D Modell für ein Gehäuse bei Thingiverse – quasi eine Open Source Platform für 3D Modelle – gestolpert und habe mir die entsprechenden Dateien heruntergeladen, mit denen ich mir ein entsprechendes Gehäuse drucken lassen kann. Nach ein wenig Sucherei nach einem guten 3D Druckservice bin ich dann bei Shapeways gelandet, da hier jede Menge Informationen und eigene Modelle zur Verfügung gestellt werden und die Seite einen übersichtlichen Eindruck machte. Für etwas mehr als 20 EUR habe ich dann bei 3D Gehäuse Modell bestellt und nach ungefähr zwei Wochen war es dann auch bei mir.
Um es kurz zu machen: Ich bin sehr zufrieden. Für einen Prototypen ist der Preis sehr angemessen und mit einer solchen Robustheit des Gehäuses hätte ich auch nicht gerechnet. Das Material selbst ist ein wenig rau, aber das hatte ich letztendlich selbst so bestellt (zum Testen habe ich natürlich das günstigste genommen Zwinkerndes Smiley). Nun fehlt nur noch eine Plexiglasscheibe als Abdeckung, die mir aber ein Arbeitskollege netterweise bereits zur Verfügung gestellt hat. Und so sieht das Ding mittlerweile aus:

logic-analyzer

Wenn ihr übrigens selbst mal selbst ein 3D Modell drucken lassen wollt, dann schaut mal bei Thingiverse (Link oben) vorbei. Da findet man jede Menge Vorlagen und außerdem kann ich noch die c’t Ausgabe 15/2011 empfehlen, da hier beschrieben wird, wie man mit Googles SketchUp 3D Modelle für den 3D Druck erstellen kann. Probiert es mal aus, es lohnt sich definitiv!

Ätzgerät in Betrieb genommen

Vor kurzem habe ich meinen ersten Testlauf meines selbstgebauten ‚Ätzgeräts durchgeführt und darüber auch schon einen Blogeintrag geschrieben. Es wurde also langsam mal Zeit, das Ding jetzt auch mal in den “Live-Betrieb” zu bringen und mal eine erste Platine damit zu ätzen. Dementsprechend habe ich das Wasser jetzt durch etwa 3l Natriumpersulfat ersetzt. Der Platinenhalter ist momentan für meinen Geschmack noch arg improvisiert: Ich habe einfach eine Holzplatte genommen und dort dann Kabelbinder so in Bohrungen gesteckt, dass sie eine Schlaufe bilden, mit denen die Platine gehalten wird.
Der Ätzvorgang lief wie gewünscht, d.h. die Platine wurde sauber geätzt und ich brauchte nicht die ganze Zeit beim Ätzvorgang anwesend sein – das war letztendlich der Grund, warum ich das Ding gebaut habe :).

Hier ein Bild meines Ätzgeräts während dem Ätzvorgang:

aetzgeraet-ersteplatine

Und hier das Ergebnis, wobei ich das Platinenlayout wieder mit dem Tonertransferverfahren auf die Platine aufgebügelt habe:

ps2mouseplatine

Ätzgerät im Selbstbau

Vor einige Zeit habe ich bereits in einem Beitrag geschrieben, wie ich meine Platinen ätze. Da das alles noch echte Handarbeit war, wollte ich davon endlich mal wegkommen und mir ein Ätzgerät selbst bauen. Die Idee dahinter war einfach: Eine Heizung, eine Lufpumpe nebst Strömer und ein Rückschlagventil (damit die Säure nicht auslaufen kann) sowie ein geeignetes Gefäß wurden also benötigt. Die ersten Teile gab es alle ohne Probleme im normalen Aquarienfachhandel, bei dem Gefäß sah es da schon etwas schlechter aus. Letztendlich bin ich aber über einen Magazinsammler gestolpert, der genau das bot, was ich wollte – vernünftige Breite, geringe Tiefe und große Höhe. Um ein Umfallen dieser Konstruktion zu verhindern, habe ich den Magazinsammler mit Silikon aus dem Baumarkt auf einer Sperrholzplatte fixiert und zusätzlich an den Seiten Metallwinkel angebracht. Da sollte nun wirklich nichts mehr passieren.

Momentan teste ich das fertige Ätzgerät erstmal mit Wasser, wobei ich das Problem der Platinenhalterung noch nicht gelöst habe. Ein weiteres Problem ist auch noch das “sprudeln”, da muss wohl noch ein Deckel her :). Hier ein Bild vom aktuellen Stand:

aetzgeraet-diy

Ein Testlauf mit Natriumpersulfat ist natürlich schon geplant, zuerst werden aber die einzelnen Teile noch auf Verträglichkeit geprüft. Speziell bei dem Strömer bin ich noch etwas skeptisch, da das Material Moosgummi zu sein scheint und ich gelesen habe, dass dies mitunter zu einer Verfärbung der Säure führen kann. In diesem Fall müsste dann ein Strömerstein verwendet werden – mal schauen…